The Secret Life of the American Teenager

2008
Text-Beiträge
Titel-Hauptseite
Serienstatus
keine Angabe
Kommentar-Threads
Review

Warum abc family „Kyle XY“ absetzte …

Brenda Hampton hat wieder zugeschlagen! Und es tut wieder genauso weh wie zu Zeiten ihrer himmlischen Familie: unendliche, sich immer und immer wiederholende, plärrende Dialoge voller Wahnsinn, die uns wahrscheinlich zu besseren Menschen machen sollen: Predigten über Gott, Toleranz, Enthaltsamkeit bis zur Ehe und wahre Liebe, die zwangläufig – gar keine Frage – in die Ehe führt. Alles unter dem luftigen Deckmäntelchen der totalen Aufgeschlossenheit, die man durch Einschluss sämtlicher Minderheiten zu betonen versucht: im Angebot sind Schwarze, Asiaten, Lateinamerikaner, Republikaner, Schwule und sogar geistig Behinderte. Für alle aber gelten die gleichen Gesetze: immer schön anständig sein, Baby ohne Ehe sehen wir nicht so gerne und Liebe ohne Ehe ist quasi gar nicht vorstellbar. Allerorts wird geschimpft über Hamptons neue Serie. Vor allem beklagt man die platten Einheitscharaktere und die bei aller Mühe um Außergewöhnlichkeit doch stets durchschimmernde Klischeeerzählungen. Die Kritiker haben insgesamt gesehen Recht.  Trotzdem gefällt mir immerhin die erste Staffel. In der verstehe ich noch die Stereotypisierung als Gesellschaftskritik und als satirische Verhöhnung einschlägiger Expemplare aus Kino und TV. In diesem Verständnis darf der Geneigte auch mal ohne Spott lachen. Und was die Figuren betrifft: man findet immerhin hier und da welche, die Spaß machen; z.B. Bens Vater, Würstchenkönig Boykewich, in seiner trockenen Art, den Kern der Dinge zu begreifen und zu vermitteln. Oder der noch trockenere George, Amys und Ashleys Papa, mit seiner erfrischenden Geradeausigkeit. Zusammen mit einigen triefend rührenden Szenen zwischendurch genau so, wie ich es eigentlich mag … … doch dann, als die Geschichte schon zu Ende erzählt ist, geht die Serie weiter, verabschiedet sich von jeglichem Humor, wird zu dem, was sie vielleicht mal parodieren wollte. Die Ideen sind aufgebraucht, die neue Handlung wirkt an den Haaren herbeigezogen und willkürlich. Dialoge wiederholen sich gehirnwäscheartig. Ein Fun-Fact, das die eingetretene Eintönigkeit belegt: ein Kollege in der IMDb hat gezählt, dass das Wort „Sex“ bis jetzt 1127 mal ausgesprochen wurde. Und so wird wieder unteres Mittelmaß draus. Stars können daran nichts ändern, denn es gibt keine. Vielleicht hat sich der ein oder andere auf ein Wiedersehen mit Molly Ringwald gefreut – dieses Wiedersehen allerdings stimmt doch eher traurig und erinnert an Sterblichkeit. In Staffel 2 treffen wir Blossom-Darstellerin Mayim Bialik – ihre Fans können sich aber genauso gut „The Big Bang Theory“ anschauen. Und zwischendurch taucht mal die groß gewordene Mackenzie Rosman auf, die in der himmlischen Familie die kleine Ruthie spielte – ach herrje. Allerorts wird geschimpft – und doch ist diese Serie so erfolgreich wie keine andere von abc family – zumindest war es zu Serienstart so. Erfolgreicher also auch als die bis dahin erfolgreichste Serie Kyle XY. abc family nahm das zum Anlass, eine Umorientierung in ihrem Programm vorzunehmen und mehr Mädcheninhalte zu bringen – im Zuge dieser Umorientierung wurde Kyle XY gecancelt.
eingefügt von Johann am 18.11.10
text